Bewegungsmangel kann zu Diabetes führen


Bewegungsmangel ist in unserer heutigen Zivilisationsgesellschaft weit verbreitet und hat dabei vielfältige Folgen und Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Der Mensch ist für die Bewegung konstruiert und so führt Bewegungsarmut früher oder später zu gesundheitlichen Einschränkungen. Durch Bewegung werden funktionelle Organkapazitäten aufrechterhalten. Körperzellen und Organe, die Muskulatur, das Herz oder auch der Kreislauf verlieren an Leistungsfähigkeit, wenn sie nicht ausreichend gefordert werden. Und so steht heute zweifelsfrei fest, dass Bewegungsmangel einer der Hauptursachen für Übergewicht und für viele so genannte Zivilisationskrankheiten ist. Damit ist Bewegungsmangel auch ein Hauptfaktor für eine verkürzte Lebenserwartung. Freilich ist in der Bevölkerung der große Zusammenhang zwischen einer Vielzahl von Beschwerden, Krankheiten und Bewegungsmangel nicht immer bewusst. Hier ist noch unendlich viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Die Aufklärung über diese gesundheitlichen Zusammenhänge sollte im Kleinkindalter, vor allem in der Schule, bereits beginnen. Erschreckenderweise sehen Mediziner und Kinderärzte die Folgen und Auswirkungen von Bewegungsmangel und Fehlernährung bereits bei kleinen Kindern und Heranwachsenden. Dies ist eine fatale Entwicklung, die so nicht bleiben kann, da man sich sonst ernsthafte Sorgen um die Volksgesundheit machen muss. Bewegungsmangel betrifft den gesamten Organismus, den Stoffwechsel, das Immunsystem, das Nervensystem, das Herz-Kreislaufsystem und den Bewegungsapparat mit Abnutzungserscheinungen, Arthrose und Schmerzen.

Die Veränderung der Stoffwechselprozesse bereitet oft in Kombination mit anderen Risikofaktoren den Boden für die Entstehung der Zuckerkrankheit, den Diabetes mellitus. Man spricht in diesem Zusammenhang von Zielorganen, wie beispielsweise die Muskulatur, die nicht länger auf das von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Hormon Insulin reagieren. Der Blutzuckerspiegel steigt zum Teil weit über die normalen Werte und kann nicht mehr abgebaut werden. Dadurch manifestiert sich schließlich ein so genannter Typ 2 oder Alters – Diabetes, der heutzutage zum Teil schon bei kleinen Kindern anzutreffen ist.

Die Sensibilität der Insulinrezeptoren kann durch Ausdauertraining erhöht werden, was bedeutet, dass ein Alters – Diabetes aufgrund vorhandener Insulinreserven grundsätzlich reversibel ist. Ein besonders unheilvolles Trio stellt das so genannte metabolische Syndrom dar. Hierbei ist der Diabetes mellitus mit Übergewicht und Fettstoffwechselstörung vergesellschaftet. Nicht selten bildet sich dann auch noch ein Bluthochdruck aus, was die gesundheitliche Situation zusätzlich verschärft. Durch adäquate Bewegung können Beschwerden und Krankheitsbilder jederzeit gebessert werden. Es ist also nie zu spät, durch Bewegung etwas für seine Gesundheit zu tun.

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